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Dieser Blog existiert, weil ich es gern wollte. Machen wollte, was ich will. Und niemand darf mir reinreden! Ich schreibe hier Geschichten, die sich mit einem schlechten Selbstbild, Hochsensibilität, Sozialphobie und was auch immer gerade in mir herumspukt beschäftigen. Es sind Zeugnisse aus meiner Realität, denn wenn ich sie aufschreibe, bekomme ich eine bessere Aussensicht darauf.

Was gibt es sonst noch zu sagen?

Ich studiere ein geisteswissenschaftliches Fach, tendiere zu Hochsensibilität, habe eine studentische Arbeitsstelle, die mich Stück für Stück abbaut (deswegen suche ich gerade eine andere, aber bevor ich nicht diese finanzielle Sicherheit habe, traue ich mich nicht zu kündigen). Ich wohne in einer WG, die ich lieb finde und bin eigentlich ein fröhlicher Mensch.

Ich habe einen Kopf, darauf wächst dunkelblondes Haar. Es ist schön, ich föhne es nie, deswegen ist es gesund und es glänzt. Es fällt in langen Wellen über meine Schultern, einfach so. Selbst, wenn ich wollte, würde ich mir die Haare nie so machen können: Sie fallen einfach so. Mein Kopf hat auch ein Gesicht. Derzeit sind zwei dicke gerötete Augen darin; das ist nicht immer so, manchmal bin ich fröhlich und denke gar nicht so viel darüber nach, wie traurig man sein kann. Ich habe die Nase meiner Mutter, ein bisschen klumpig, man kann unsere Verwandtschaft nicht übersehen. Meine Lippen sind ziemlich normal, manchmal biegen sie sich nach oben, manchmal nach unten, die meiste Zeit sorgen sie aber wohl für den Ausdruck, der heute Resting Bitch Face genannt wird.

An meinen Kopf schließt sich ein Hals an, darunter zwei Schultern, ein normaler Körper. Ein Bauchnabel, den ich nicht so gut leiden kann, denn ich kann es absolut nicht leiden, wenn jemand aus Spaß seinen Finger hineinstecken möchte. Weiter unten kommt dann die klassische Birne: meine Schenkel sind, genau wie meine Oberarme, irgendwie kugelig, mein Popo auch, die Waden kräftig und dann sind da die Füße: Ich habe mich an sie gewöhnt, aber meinen rechten großen Zeh, den mag ich vielleicht am wenigsten an mir. Weil mal ein Teil vom Zehennagel abgenommen wurde und das alles nicht ganz koscher ablief, wachsen da stellenweise zwei Zehennägel übereinander. So ekelig, wie es sich liest, ist es aber dann in Wahrheit doch nicht.

Ich bin also ein Mensch wie jeder andere, man könnte mich glatt mit allen anderen verwechseln. Ich habe Probleme mit dem Selbstwertgefühl, ich habe Phasen, in denen mich das richtig traurig macht und ich nur allein sein möchte, obwohl ich weiß, dass das gerade dann gar nicht gut ist. Ein paar Jahre hatte ich Sozialphobie und ein paar Monate danach dachte ich, das hätte ich hinter mir. Ich sehe nun, dass ich sowas nicht so einfach hinter mir lassen kann, vielleicht wird es nie ganz weg sein, und vermutlich muss ich damit leben.

Ich weiß, dass es vielen Menschen schlechter geht als mir, aber das, was ich täglich sehe, sind nur Leute, die nicht mit diesen Problemen leben müssen. Männer wie Frauen. Vielleicht haben sie auch solche Probleme, vielleicht gestehen sie sich das nicht ein, vielleicht sie reden nicht darüber - zumindest nicht mit mir. Was dazu führt, dass für mich immer über allem ein imaginäres Fragezeichen schwebt.

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