Freitag, 26. Januar 2018

Fehler auf der Arbeit

Ich habe einen Fehler gemacht. Auf der Arbeit. Genau genommen habe ich schon viele Fehler gemacht, jedenfalls wurden sie als solche verortet, und ich wurde dafür gerügt. Aber diesmal habe ich etwas falsch gemacht, was wirklich tatsächlich als Fehler anzusehen ist. Ich habe einer Menge Leuten Mehrarbeit beschert und noch mehr Leuten eine Enttäuschung bereitet. Ich schäme mich dessen zutiefst, in mir kommt eine Abneigung gegen mich auf, gegen die Arbeit, gegen das Leben, was soll ich nur tun?

Ich habe diesen Fehler gemacht, und es tut mir Leid. Ich habe mich entschuldigt, aber es wurde nicht gehört. Ich würde mich gern erklären. Ich habe zu einer Erklärung angesetzt. Mir wurde nicht zugestanden, eine Erklärung abgeben zu können. Ich würde es gern wieder gutmachen, oder zumindest bei der Wiedergutmachung helfen, aber es wurde mir verwehrt. Nein, nein, ich soll nicht vorbeikommen. "Sie kommen doch immer Freitags", sagt der Chef, "Nein", sage ich, "ich komme immer dann und dann. Aber ich kann gern diesen Freitag kommen und Schadensbegrenzung machen". "Nein. Wir müssen überlegen, wie wir den Schaden begrenzen können". Ohne mich, ich bin Schuld, andere baden es aus, darf ich nicht mein Gewissen ein bisschen rein waschen und auch helfen? Nein, ich darf nicht. Ich darf nur für den Rest der Zeit den Zorn meines Vorgesetzten ertragen. Mal schauen, wie lang diese Zeit noch ist, bevor ich aufgebe und kündige.

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