Dienstag, 13. Februar 2018

Ein unerwarteter Push meines Selbstwertgefühls

Ich habe vor etwa einem Monat eine Bewerbung rausgeschickt, einfach so, ich fand die Stelle gut. Aber ich schreibe ja noch an der Masterarbeit, und das vermutlich auch noch ein paar weitere Monate, also wollte ich die Stelle gar nicht so unbedingt. Nur mal schauen, was passiert würde.

Gestern bekam ich dann eine Einladung zum Vorstellungsgespräch.

Ich jubelte. Mit einem Schlag wusste ich: mein Lebenslauf ist doch gar nicht so doof, ich kann damit was anfangen. Yes!

Egal, was aus diesem Vorstellungsgespräch wird. Allein diese Einladung pusht mein Selbstbewusstsein so sehr, dass ich mich plötzlich viel größer fühle. Sie nimmt mir viele Ängste: Die vor der Zukunft (ein bisschen), Angst vor dem finanziellen Ruin (meine BAFöG-Schulden werden dann doch nicht so exorbitant hoch sein), Angst davor, dass ich einfach ein riesengroßer Loser bin.

Ich bin nicht glücklich darüber, dass ich das für mein Selbstwertgefühl brauche. Aber halleluja! Besser so als gar nicht! 

Mittwoch, 7. Februar 2018

Er verwirrt mich

Ein Tag wie heute - eigentlich ein recht gewöhnlicher Tag, nicht besonders traurig, nicht besonders fröhlich. Auf der Arbeit sollte ich ein paar Sachen versandfertig machen, und ein einzelner Brief fehlte, was komisch war, denn er war Teil des Serienbriefs. Hallo Chef, da fehlt einer, können Sie den nochmal drucken?

Dann wollte er, dass ich alle Briefe nochmal auspacke, denn das kann ja nicht sein, ich müsse den verschlampt haben, der kommt ja aus einem Serienbrief, kann ja nicht sein, dass da einer mittendrin fehlt. Kein großes Aufheben drum, aber der vermisste Zettel war der Brief, den der Chef probegepackt hat, und den hat er dann UNTER die LEEREN Briefumschläge zurückgelegt.

Okay, ich schäme mich zutiefst dafür, dass ich nicht hellsehen kann. Natürlich legt man sowas GENAU DA ab. Wenn ich SO weitermache, wird mich nie jemand einstellen!

Montag, 5. Februar 2018

Montag, einfach so

Die Befürchtung von gestern über heute war wieder übel, aber so übel war es dann heute gar nicht, denn der Übeltäter hatte ein paar Termine, war nicht da und konnte nur milde kränken. Stattdessen Zeit für einen kurzen Austausch mit M., denn M. hatte ein Feedbackgespräch am Freitag. Sie bekam da das Feedback, dass sie nicht genug arbeiten würde. Sie erfüllt die Stunden, die in ihrem Vertrag stehen. Aber das sei wohl nicht genug. Natürlich macht es M. nichts aus, mal länger zu bleiben, aber wenn das regelmäßig vorkommt und sie auch keine Zeit hat, Überstunden abzufeiern, dann macht es ihr schon was aus. Und sie tut mir sehr Leid, denn sie hat keine Handhabe dagegen, und im Gegensatz zu mir kommt sie fünf Tage in der Woche zum malochen, das ist sehr viel im Gegensatz zu den zwei Tagen, in denen ich mich da runterputzen lasse. Ich kann ihr nicht anders helfen, als dass ich sie in ihrem Empfinden bestätige.

Grund zur Freude (okay, das ist vielleicht doch etwas zu makaber ausgedrückt, aber ABER!): Für eine mir unbekannte Kollegin, die derzeit in Elternzeit ist, wurde für eben diese Zeit ein Ersatz gesucht. Dieser ließ sich wohl nach weniger als einer Arbeitswoche wegen einer psychischen Krankheit beurlauben. Die Schuld daran wird nicht nur der Übeltäter allein haben, aber ich kann mir vorstellen, dass er der Auslöser war. Für den armen Menschen tut es mir Leid, ich hingegen pushe mein Selbstwertgefühl ein bisschen dadurch nach oben, dass es nicht an mir liegt.

(Wie oft muss ich mir das noch sagen, bis ich es vollends glaube? Vermutlich glaube ich es erst nach meiner Kündigung so richtig. Ich hoffe so sehr, dass ich sie bald vollziehen kann.)

Und: Die Sonne scheint heute. Herrlich! Der Himmel ist blau! Welch' eine Pracht!

Sonntag, 4. Februar 2018

Ich bewerfe mich den ganzen Sonntag über mit Tomaten

Tomaten sind lecker, aber man sollte sie nicht dazu benutzen, sich selbst zu sabotieren. Wegen dem morgigen Arbeitstag mache ich mich schon heute fertig, ich mag nicht dahin, ich mag dafür nicht mehr arbeiten, und wieso in aller Welt ruft die Frau aus meinem geplanten unprestigeträchtigen anderen Nebenjob mich nicht an?

Sie hatte es doch selbst gesagt: "Ich rufe dich am Wochenende an. Am Freitag kommt noch jemand anderes zum Probearbeiten vorbei. Wir entscheiden danach". Es würde mich gar nicht so sehr verletzen, wenn sie sich für die andere Person entscheiden würden, denn ich kann für mich selbst sagen: Ich bin mit meiner Leistung von während des Probearbeitens zufrieden, die Erfahrung war nett, ich kann doch noch etwas (wenn es auch nichts mit dem Job zu tun hat, den ich nach dem Studium vielleicht gern haben möchte). Aber hey, ich kann etwas!  Das hat auch die Frau von dort zu mir gesagt. Und das hat mir tatsächlich sowas wie eine Pfütze von Selbstvertrauen gegeben! Also wieso um alles in der Welt meldest du dich nicht?! Es ist wie damals, als man verrückt wurde, weil der Typ, auf den man stand, nicht zurückschrieb. Nur, dass es diesmal viel belangloser ist und dennoch, verdammt noch mal, ruf doch an! Ich vertrage die Wahrheit, aber alles ist besser, als zu warten und nicht zu wissen, was Sache ist!

Um zu den Tomaten zurückzukommen: Abscheu vor dem, was dort mit dem Personal gemacht wird und Abscheu vor dem Personal. Ich kann es niemandem verübeln, außer der einen auffälligen Person eben. Nur mir verüble ich, dass ich noch immer nicht gekündigt hab. Jetzt, nachdem der unprestigeträchtige Nebenjob vielleicht nur mehr ein Wunschtraum (das ist trotz allem ein Euphemismus) ist, traue ich mich wieder nicht, den Notausschalter zu betätigen, denn ich habe tierische Angst davor, irgendwann mit meinem Geld nicht mehr auszukommen.

Diese Angst führt wiederrum zu einer anderen: Ich mal mir manchmal aus, wie es ist, wenn ich ein noch viel schlimmeres Problem hätte, eins, was die Leute einem ansehen. Zumindest meine lieben Eltern würden sich sehr große Sorgen machen und mich an einen Ort bringen, an sich darum gekümmert wird. Ich wäre dann bei Null und es könnte nicht mehr schlimmer werden, vielleicht wäre ich dann so frei zu überlegen, was ich wirklich machen will? (Und ist dieser Gedankengang jetzt allzu weltfern?)